Die Geschichte des NOHV
Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland im Oktober 1990 schlossen sich die meisten Sportverbände aus dem Osten Deutschlands den entsprechenden Fachverbänden der BRD an. So löste sich der Deutsche Handball Verband auf und trat dem Deutschen Handball Bund bei. Die neuen 5 Landesverbände mussten in die Regionalverbände des DHB eingeordnet werden.
Nach Gesprächen zwischen den Präsidenten der Handballverbände Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wurde die Gründung eines neuen Regionalverbandes vorbereitet. Dazu musste sich der damalige Regionalverband Berlin rechtmäßig abmelden und die Landesverbände Hamburg und Schleswig-Holstein ihre langjährige Mitgliedschaft im Regionalverband Nord (NHV) per Beschluss aufkündigen.
Mit ausdrücklicher Billigung des DHB sollte der Regionalverband Berlin durch den neuen Regionalverband, den Nordostdeutschen Handball-Verband (NOHV), abgelöst werden. Am 22.Juni 1991 trafen sich Spieltechniker der 5 Verbände, um den Spielbetrieb der Regionalliga Nordost vorzubereiten. So wurde u.a. vorgeschlagen, aus Gründen der „Besitzstandwahrung“ (3 Verbände waren mit Mannschaften in Regionalligenvertreten) zunächst bei den Frauen und Männern mit je 2 Staffeln zu spielen.
In Vorbereitung dieser Gründungsveranstaltung hatten einzelne Arbeitsgruppen aus den fünf Landesverbänden die Grundlage für den Verband mit Satzungs- und Ordnungsentwürfen sowie spieltechnischen Kriterien geschaffen. Ebenfalls hatte sich der Arbeitskreis Jugend vor der Gründung des Regionalverbandes in Hamburg zu Gesprächen über die anstehenden Fragen der Jugendarbeit im zukünftigen Verband getroffen.
29.02. 1992
Gründung des Nordostdeutschen Handball-Verbandes (NOHV) im Festsaal des Rathauses Charlottenburgin Berlin mit ausdrücklicher Billigung durch den Deutschen Handball-Bund (DHB).
Es wurden fünf Landesverbände im NOHV vereinigt:
- Berlin
- Brandenburg
- Hamburg
- Mecklenburg-Vorpommern
- Schleswig-Holstein
Auf der Gründungsversammlung des NOHV wurde folgendes Präsidium gewählt:
- Präsident Michael Kulus (HV Berlin)
- Vizepräsident Recht Udo Franck (HV Hamburg)
- Vizepräsident Finanzen Günter Klemt (HV Schleswig-Holstein)
- Vizepräsident Spieltechnik Edgar Eichelbaum (HV Brandenburg)
- Vizepräsident Jugend Alwin Niensteen (HV Schleswig-Holstein)
In weitere Ämter wurden gewählt:
- Männerspielwart Siegfried Hoffmann (HV Berlin)
- Frauenspielwart Gerd Garber (HV Mecklenburg-Vorpommern)
- Schiedsrichterwart Holger Grönhoff (HV Schleswig-Holstein)
- Verbandsschiedsgericht Klaus Jensen (HV Hamburg)
- Verbandsgericht Wolfgang Bröcker (HV Berlin)
Ferner wurde in der Gründungsversammlung die Satzung des NOHV von den Delegierten beschlossen, so dass die Eintragung des Nordostdeutschen Handball-Verbandes e.V. in das Vereinsregister beim Amtsgericht Charlottenburg am 26. 03. 1992 erfolgen konnte. Damit war der NOHV ein ordentlicher Regionalverband im DHB,der Fünfte und damit der jüngste.
Alle drei Jahre findet satzungsgemäß im ersten Halbjahr der Ordentliche Verbandstagmit der Neuwahl des Präsidiums statt:
27.05.1995 in Potsdam
09.05.1998 in Hamburg
19.05.2001in Güstrow
18.09.2004 in Bad Bramstedt
02.07.2007 in Berlin
Der HV Berlin stellte zunächst kostenlos seine Geschäftsstelle dem NOHV zur Mitnutzung zur Verfügung.
Aus dem Bereich des NOHV wurde die Männliche Jugend A vom HC Empor Rostock 1992 Deutscher Meister. Für vorbildliche Arbeit im Jugendbereiche wurde im gleichen Jahr TSV Rudow Berlin mit dem „Grünen Band“ der Dresdner Bank ausgezeichnet.
13.02. 1993
Das Erweiterte Präsidium fasste an diesem Tag den bedeutenden Beschluss erstmals Regionalligen für die weibliche und männliche A-Jugend ab der Spielzeit 1993/94 einzurichten. Dieses ist deshalb besonders erwähnenswert, da der NOHV über zehn Jahre der einzige Regionalverband war, der diese Staffeln unterhielt
Dass dieser Weg der richtige war, zeigt sich daran,dass Mannschaften aus dem NOHV mit viel Erfolg an den Deutschen Jugendmeisterschaften nicht nur teilgenommen haben, sondern auch wiederholt als Meister erfolgreich waren. 1993 wurde die Weibliche Jugend A des Berliner TSC Deutscher Meister, AMTV Hamburg erhielt die Ehrung mit dem „Grünen Band“ der Dresdner Bank.
1994 errang die Weibliche Jugend B des SC Empor Rostock den Titel als Deutscher Meister.Ausgezeichnet mit dem „Grünen Band“ der Dresdner Bank wurden die Jugendabteilungen des SC Empor Rostock und der HSG Tarp-Wanderup.
27.05. 1995
Auf dem 2. Verbandstag des NOHV in Potsdam wurde mit 26:20 Stimmen die Einführungeiner einstaffeligen Regionalliga bei den Männern beschlossen. Bei der Wahl derzu besetzenden Funktionen gab es keine Veränderungen zum Verbandstag in Berlin.Im gleichen Jahr wurde die weibliche Jugend B des Leezener SC Deutscher Meister und verteidigte 1996 erfolgreich den Titel.
08.12. 1996
Auf Antrag der Handballverbände Berlin und Brandenburg fand am 8. Dezember 1996 ein Außerordentlicher Verbandstag des NOHV in Rendsburg statt. Der Antrag beider Verbände auf Aufhebung des Beschlusses von Potsdam zur Einführung einer einstaffeligen Regionalliga der Männer wurde mit 28:22 Stimmen abgelehnt. Michael Kulus erklärte auf dem Verbandstag seinen Rücktritt als Präsident. Der VP Recht Udo Franck übernahm zunächst kommissarisch die Aufgabe des Präsidenten, das Erweitete Präsidium des NOHV (EP) bestätigte ihn am 2. März 1997 als geschäftsführenden Präsidenten. Die Geschäftsstelle des NOHV war vom 1. Juli 1996 bis zum 30.Juni 1997 bei Michael Kulus angesiedelt. Vom 1. Juli 1997 bis zum 31. Mai 1998 nutzte der NOHV die Geschäftsstelle des Hamburger HV.
DeutscherMeister der Männlichen Jugend B wurde 1997 SG USV/SC Cottbus.
09.05. 1998
Auf dem Ordentlichen Verbandstag in Hamburg wurden
Präsident: Edgar Eichelbaum (HVBrandenburg)
Vize-Präsident Recht: Udo Franck (Hamburgre HV)
Vize-Präsident Finanzen: Thomas Ludewig (HV Berlin)
Vize-Präsident Spieltechnik: Joachim Zeidler (HV Schleswig-Holstein)
Vize-Präsident Jugend: AlwinNiensteen (HV Schleswig-Holstein)
gewählt..
Neu ins erweiterte Präsidium kam
Schiedsrichterwart Sandro Berg (Hamburger HV)
Vom Jugendtag gewählt
Mädelwartin Renate Wilschke (HV Berlin)
In den weiteren Funktionen wurden die bisherigen Amtsinhaber bestätigt, ebenso die beiden Vorsitzenden der jeweiligen Gerichte
Der Männerwart Siegfried Hoffmann übernahm ab 1. Juni 1998 die Leitung der Geschäftsstelle des NOHV.
Pokalsiegerim Deutschen Länder-Pokal wurde 1998 die Auswahl der Weiblichen Jugend des Handball-Verbandes Berlin. Mit dem „Grünen Band“ der Dresdner Bank wurde im gleichen Jahr die Jugendabteilung von BFC Preußen Berlin geehrt. 1999 erhielt diese Auszeichnung die SG Flensburg-Handewitt.
Den Titel des Deutschen Meisters errangen 2000 die Weibliche Jugend B und die Weibliche Jugend A des HC Empor Rostock. Die Weibliche Jugend A des HC Empor Rostock verteidigte diesen Titel 2001 und 2002.
Mit dem „Vertrag über die Bildung gemeinsamer Regionalligen“ beschlossen die Präsidenten der Regionalverbände 1999 die Einführung von 6 Regionalligen zur Saison 2000/2001. Ab dieser Saison wurde auch bei den Frauen in der Regionalliga Nordost in einer Staffel gespielt. Einige Mannschaften aus dem Gebiet des NOHV wurden in die Regionalligen Mitte bzw. Nord eingeordnet.
Im Januar 2001 verstarb unerwartet der Männerwart und Leiter der Geschäftsstelle Siegfried Hoffmann. Mit seinen Erfahrungen besonders bei der Organisation im spieltechnischen Bereich hatte er einen nicht unerheblichen Anteil bei der Entwicklung fester Strukturen im NOHV. Joachim Zeidler übernahm bis zum Ende der Saison 2000/01 die Aufgabe des Männerwartes und bis zum 31.Januar 2002 die Leitung der Geschäftsstelle. Ab 1. Februar 2002 wurde die Geschäftsstelle des NOHV beim HV Brandenburg in Potsdam angesiedelt.
19.05. 2001
Auf dem Ordentlichen Verbandstag in Hamburg wurden
Präsident: Edgar Eichelbaum (HV Brandenburg)
Vize-Präsident Recht: Wilfried Krüger (HV Brandenburg)
Vize-Präsident Finanzen: Thomas Ludewig (HV Berlin)
Vize-Präsident Spieltechnik: Joachim Zeidler (HV Schleswig-Holstein)
Vize-Präsident Jugend: Alwin Niensteen (HV Schleswig-Holstein)
gewählt..
Neu in das Erweiterte Präsidium kam
Männerwart Heinz Zemke (HV Berlin)
Den Vorsitz des Verbandsgerichtes übernahm Roger Witt (HV Berlin)
Die anderen Funktionsträger wurden wiedergewählt.
Mit einstimmigem Votum wurde Udo Franck zum Ehrenmitglied des NOHV ernannt.
2002 kam der Deutsche Meister der Weiblichen Jugend B mit dem Frankfurter HC auch aus dem Verbandsgebiet des NOHV.
Nach der Veränderung des Sichtungssystems des DHB und der Streichung des Regionalligaturnieres beschloss das EP des NOHV in den Landesverbänden mit Unterstützung des DHB ab 2003 Stützpunkte für das Training von Perspektivspielern der WJA und MJA einzurichten.
Mit dem„Grünen Band“ der Dresdner Bank wurde 2003 SG Polizei SV/VfL Tegelausgezeichnet.
18.09. 2004
Auf dem 5. Verbandstag des NOHV in Bad Bramstedt wurden sämtliche Mitglieder des Präsidiums, des Erweiterten Präsidiums sowie die Vorsitzendender Gerichte einstimmig wiedergewählt. Auf Beschluss des EP des NOHV übernahm Claus Runge (Hamburger HV) ab 1. Juli 2005 die Funktion des Vizepräsidenten Recht.
Pokalsieger des Deutschen Jugend-Länderpokals wurde 2004 die Weibliche Jugend des HV Schleswig-Holstein. Im gleichen Jahr wurden Deutscher Meister der Männlichen Jugend B die SG Flensburg-Handewitt, der Weiblichen Jugend B der PSV Rostock und der Weiblichen Jugend A der Frankfurter HC. Beide letztgenannten Mannschaften verteidigten ihren Titel 2005 erfolgreich. Den Deutschen Jugend-Länderpokal gewann 2005 die Weibliche Jugend des HV Brandenburg.
Nach der Kündigung des Vertrages über die gemeinsamen Regionalligen durch 2 Regionalverbände wurde mit der Saison 2005/06 wieder in 5 Regionalligen gespielt. Alle Mannschaften aus dem Bereich des NOHV wurden in die Regionalliga Nordost zurückgeführt. Bei den Frauen geschah diese Einordnung ohne Probleme.Bei den Männern führte die Abstiegsregelung zum Ende der Saison zu einigen sportgerichtlichen, teilweise auch zivilgerichtlichen Verfahren.
Am 2. September 2006 erklärte Edgar Eichelbaum aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt. Das EP des NOHV bestellte im schriftlichen Verfahren den VP Spieltechnik Joachim Zeidler (HV Schleswig-Holstein) in Personalunion zum Präsidenten.
02. 06. 2007
Auf dem Ordentlichen Verbandstag in Berlin wurden
Präsident: Rainer Tschirne (HVSchleswig-Holstein)
Vize-Präsident Recht: ClausRunge (Hamburger HV)
Vize-Präsident Finanzen: Thomas Ludewig (HV Berlin)
Vize-Präsident Spieltechnik: Gerd Garber (HVMecklenburg/Vorpommern)
Vize-Präsident Jugend: Alwin Niensteen (HV Schleswig-Holstein)
gewählt.
Erweitertes Präsidium
Männerwart Heinz Zemke (HV Berlin)
Frauenwart Wilfried Krüger (HV Brandenburg)
Schiedsrichterwart Sandro Berg (Hamburger HV
Verbandssportgericht Klaus Jensen (Hamburger HV)
Verbandsgericht Jürgen Palder (Hamburger HV)
vom Jugendtag gewählt.
Mädelwartin Renate Wilschke (HV Berlin)
Einstimmig wurden Edgar Eichelbaum und Joachim Zeidler zu Ehrenmitgliedern des NOHV ernannt.
Am 16. Februar 2008 erklärte Rainer Tschirne seinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten. Das EP des NOHV beauftragte den VP Recht Claus Runge kommissarisch das Amt des Präsidenten zu übernehmen.
Den Deutschen Jugend-Länderpokal gewann 2008 die Weibliche Jugend des HV Schleswig-Holstein. Mit dem „Grünen Band“ der Dresdner Bank wurde im gleichen Jahr die SG Spandau/Reinickendorfer Füchse Berlin ausgezeichnet.
